“Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben”, prophezeite Erich Honecker trotzig im Januar 1989. Doch nur wenige Monate später musste der DDR-Chef vor den Entwicklungen eines unglaublichen Jahres kapitulieren. Am Ende war die Mauer, die sich wie eine steinerne Narbe durch das Land gezogen hatte, Geschichte. Die Ostdeutschen hatten die SED-Diktatur in einer friedlichen Revolution besiegt.
Und der Südwesten? Auch wenn Stuttgart nur am Rand der Ereignisse lag, haben diese trotzdem Spuren hinterlassen. Manchem DDR-Bürger gelang die Flucht in die Schwabenmetropole. Vor dem Neuen Schloss jubelten viele Stuttgarter dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow bei seinem Besuch im Sommer zu. Und andere kochten in improvisierten Flüchtlingsheimen ihre Maultaschen.
Dieses Kapitel der Stuttgarter Lokalgeschichte möchte der Blog aus dem Abstand von 30 Jahren neu betrachten. In 30 Beiträgen werden Geschichten und Menschen vorgestellt, die das Jahr prägten.
Besonderer Dank gilt dem Team des Archivs der Stuttgarter Zeitung für die freundliche Unterstützung bei der Recherche.